Tägliches Reinigungsritual:

1. Zungenreinigen:

Morgens als erstes mit einem Zungenschaber (in Drogeriemärkten oder Reformhäuser erhältlich) oder mit einem Löffel die Zunge von überschüssigen Belägen befreien. Das reinigt nicht nur, sondern beugt auch Mundgeruch vor und unterstützt den gesamten Verdauungs- und Ausscheidungsprozess.

2. Ölziehen (Gandusha):

Nehmen Sie einen Teelöffel oder Esslöffel kaltgepresstes biologisches Sesamöl oder Olivenöl in den Mund und spülen Sie damit etwa 3-5 Minuten den Mund aus. Dabei wird das Öl durch die Zähne „gezogen“. Es entsteht dabei eine träge, weiße Masse. Diese bitte gleich ausspucken und den Mund mit Wasser ausspülen. Danach können sie normal Zähneputzen.

Das Ölziehen lindert oder beugt Zahnfleischbluten oder Entzündungen vor, entgiftet den gesamten Mundraum und verbessert die Verdauungskraft

3. Nasenspülung (Nethi):

Für die Reinigung der Nasenschleimhäute benutzt man ein Nasenspülkännchen das sogenannte Nethi-Kännchen (z.B. erhältlich in der Kräuterdrogerie: Kochgasse 34 1080 Wien oder im Internet)
Dazu mischen Sie einen viertel Liter lauwarmes Wasser mit einem halben Teelöffel Salz (biologisches Himalaya Salz eignet sich gut dazu). Die Menge des Salzes muss eventuell individuell variiert werden. Es sollte kein Brennen der Nasenschleimhäute entstehen.

Dann beugen Sie sich über das Waschbecken und legen den Kopf nach vorne und zur Seite, so dass die Ohren übereinander liegen. Führen Sie nun die Kannenschnute vorsichtig in das obere Nasenloch. Entspannen Sie sich und öffnen Sie den Mund. Lassen Sie nun das Wasser durch das Nasenloch einfließen. Wie von selbst fließt es durch das untere Nasenloch wieder hinaus.
Dann wechseln Sie die Seite. Zu Beginn reicht ein viertel Liter aus. Wenn sie wollen können Sie die Menge auf bis zu einen halben Liter steigern.

Anschließend müssen die Nasengänge unbedingt getrocknet werden, indem Sie mehrmals heftig die Luft ausstoßen. Dazu wird der Kopf nach vorne und zu beiden Seiten gebeugt und jeweils heftig ausgeschnaubt. Danach benetzten Sie die Nasenlöcher innen mit etwas Sesamöl.

 

Ayurvedische Warmwasser-Trinkkur:

Zutaten:
1-1,5 l Wasser, eventuell 1/2-2 TL getrockneter oder frischer Ingwer, klein geschnitten. Getrockneter Ingwer wirkt milder und ist dadurch besser verträglich.

Zubereitung:

  • Köcheln sie jeden Morgen 15 Minuten das Wasser mit einer kleine Menge Ingwer. Der Ingwer kann auch weggelassen werden, falls er Sodbrennen verursachen sollte. Lassen sie das Wasser auf warme Trinktemperatur abkühlen und füllen es anschließend in eine Thermoskanne. Von diesem Getränk nehmen sie jede halbe Stunde einige Schlucke.
  • Durch das Kochen von Wasser werden Wasser Moleküle voneinander getrennt und das Wasser erhält dadurch eine andere Eigenschaft. Es hilft den Darm zu säubern, regt die Darmperistaltik an, reguliert dadurch die Verdauung und Blähungen werden gelindert.
  • Als Kurgetränke sollte es mindestens 4 Wochen angewandt werden. Aber natürlich können Sie dieses Wasser auch ständig zu sich nehmen.

 

Kleine Ayurvedische Reinigungskur für zu Hause
(nach Kerstin Rosenberg)

Sie können diese Kur an nur einem Wochenende durchführen. Dann sollten Sie aber die beiden Ausleitungstechniken (Einlauf und Abführen) besser auslassen.

Ich empfehle diese Kur an zwei aufeinander folgenden Wochenenden durchzuführen und einige Empfehlungen und Anwendungen in den folgenden Wochen weiter zu praktizieren.

Sie sollte zumindest für 2 Wochen auf Kaffee, Nikotin und Alkohol verzichten.

Diese Kur ist auch ein guter Start in ein nikotinfreies Leben. 

Zwischen den zwei Wochenenden sollten Sie die die tägliche Morgenreinigung weiterführen, so weit wie möglich auch auf Fleisch und Wurst verzichten und täglich ein warmes Frühstück zu sich nehmen (Rezepte finden sich unter dem Kochrezept Link).

Erster Tag:
  • Beginnen Sie Ihr Reinigungswochenende damit, dass Sie alle Termine absagen und sich auf eine ruhige und entspannende Zeit einstellen.
  • Stehen Sie jeden Morgen früh auf (ca.7 Uhr), um Ihre Morgenroutine mit Zungenreinigung, Ölspülungen, Nasenspülung durchzuführen.
  • Unterstützend wirken  auch Yogaübungen, Atemübungen und eine ayurvedische Selbstmassage. Die Anleitungen dazu finden Sie in dem Buch:„Das grosse Ayurveda Buch von Kerstin Rosenberg“.
Von 7-9 Uhr sollten Sie im halbstündigen Rhythmus ein Glas warme Wasser oder Ingwerwasser trinken.
Um 9 Uhr Frühstück: Gekochter Getreidebrei:
  • 1 Tasse Reis – oder Gerstenflocken in 2 ½ Tassen Wasser mit 1 Msp. Salz und Zimt in einen kleinen Topf aufkochen lassen, mit Honig abschmecken.
Wieder halbstündlich warmes Wasser trinken
  • Regen Sie im Laufe des Vormittages Ihren Stoffwechsel mit einem kleinen Spaziergang an der frischen Luft an und entspannen Sie danach. Ein Mittags – oder Tagesschlaf sollte aber unter allen Umständen vermieden werden, da Sie den Ausleitungsprozess behindern.
Um 12:30 Mittagessen:
Khichari: Reis-Mungbohnen Suppe mit Gemüse

Zutaten:
½ Tasse Basmati Reis, ¼ Tasse Mungbohnen (Mung Dal), 2 Tassen Wasser, 1 kleine Karotte, ¼ Knolle Fenchel, 1TL Ghee (ayurvedische geklärte Butter), 1 dünne Scheibe frischen Ingwer, ½ TL Cuminsamen, 1 Msp. Chili, 1 Msp Koriander gemahlen, 1 Msp. Curcuma, 1 TL Salz,frische Basilikum

Zubereitung:

  • den Reis und die Mungbohnen unter fließenden Wasser waschen, das Gemüse schälen und in kleine Stücke schneiden
  • das Ghee in einen Topf erhitzen, die Gewürze hinzufügen und kurz anrösten.
  • das Gemüse kurz anbraten und die Reis- Mungbohnen hinzufügen. Mit 2 Tassen Wasser aufgießen und zum Kochen bringen
  • wenn das Kichari anfängt zu Kochen, das Salz hinzufügen, umrühren und dann im geschlossenen Kochtopf ca. 20 Minuten köcheln lassen
  • zum Schluss den frischen Basilikum zufügen
wieder halbstündlich warmes Wasser trinken
15:30 Snack:  Yogi Tee mit Milch
und wenig Trockenfrüchte und Reiswaffel dazu
wieder halbstündlich warmes Wasser trinken
18:30 Abendessen:
Ayurvedische Abendsuppe: 

Zutaten:
750 ml Ingwerwasser oder biologische Gemüsebrühe, 500g Gemüse ( z.B: Karotte, Sellerie, Bohnen, Lauch), 1 EL Ghee, ½ TL Bockshornkleesamen, 1TL Cuminpulver, ½ TL Paprikapulver, 1 Msp Muskat, Salz und Pfeffer, 1 TL Zitronensaft oder Obstessig, frische Kräuter

Zubereitung:

  • Gemüse fein schneiden
  • das Ghee in einem Topf erhitzen und die Bockshornkleesamen kurz anrösten
  • das Gemüse dazugeben und auch kurz anrösten
  • mit dem Ingwerwasser oder der Gemüsebrühe ablöschen und ca. 25 Minuten lang köcheln lassen
  • nun mit Cumin, Paprikapulver, Muskat, Pfeffer, Salz, Zitrone oder Obstessig abschmecken
21 Uhr:
Nährender Öleinlauf  (Basti): 
  • 20 ml Sesamöl, 10 ml Rizinusöl ( aus der Apotheke), 1 Einmal-Katheder,
  • 1 Katheder spritzte
  • für den Einlauf Sesamöl und Rizinusöl in einen kleinen Topf erwärmen.
  • den Einlaufschlauch  auf die Kathederspritze stecken und das Öl aufziehen
  • Temperatur des Öls soll nur lauwarm sein
  • den Schlauch in den Anus einführen und das Öl vorsichtig in den Darm spritzen
  • Beckenboden anspannen und sich ins Bett legen, das Bett mit einen Badetuch zuvor zum Schutz auslegen, eventuell auch eine Einlage in die Unterwäsche legen
  • das Öl bleibt über Nacht in den Darm und wird zum größten Teil aufgenommen
  • der Einlauf nährt, stabilisiert das Nervensystem, baut Stress ab und beruhigt das Vata

 

Zweiter Tag:
  • stehen Sie wieder früh auf, praktizieren Sie Ihre Morgenroutine
  • statt des Frühstücks führen Sie Virecana (Abführen) durch:
    • für diese Technik brauchen Sie einen stabilen Kreislauf
    • 15-20 ml Rizinusöl, 1 Glas warmes Wasser, 150g milder Naturjoghurt
    • nehmen Sie das Rizinusöl ein und trinken Sie anschließend das Glas Wasser
    • nach 1-2 Stunden sollte die abführende Wirkung des Öls einsetzen
    • wenn Sie 8-10 mal auf der Toilette waren, sollten Sie den Ausscheidungsprozess beenden, indem Sie das Joghurt essen
    • nach einer weiteren Stunde Pause können Sie Ihr Khichari essen.
    • der Rest des Tages sollte so wie der erste Tag weiter verlaufen.